Der KWZ30 ist ein Doppelsuper mit nachgeschalteter digitaler Signalverarbeitung. Die 1. Zwischenfrequenz beträgt 75 MHz. Damit ist sie höher als die erste Oberwelle der Empfangssignale (IP2). Die 2. Zwischenfrequenz beträgt 456 KHz.
Das Eingangssignal gelangt durch ein Tiefpaßfilter mit 30 MHz Grenzfrequenz auf den 1. Mischer. Da dieser Mischer einen sehr hohen Interceptwert IP3 besitzt (30 dBm gemessen bei 20 KHz Abstand), ist eine schmalbandige Vorselektion nicht erforderlich. Nach dem 1. Mischer gelangt das Signal durch ein Quarzfilter (75 MHz, ±7,5 KHz) und einen ZF-Verstärker auf den 2. Mischer und wird auf die 2. Zwischenfrequenz von 456 KHz umgesetzt. Auf dieser Frequenz wird das Signal nochmals verstärkt und dann mit einer Bandbreite von ±7,5 KHz dem A/D-Wandler zugeführt.
Die weitere Bearbeitung, wie Selektion, Demodulation usw., findet nach der Digitalisierung auf der Mittenfrequnz 0 (Null) statt. Der KWZ30 könnte somit auch als Dreifach-Super bezeichnet werden. Nach der DSP gelangt das Signal über einen D/A-Wandler zum NF-Verstärker und wird schließlich einem Lautsprecher zugeführt. An einem Ausgang steht das Signal mit konstantem Pegel für Dekoder oder Tonband zur Verfügung.
Das DSP-Modul ist die eigentliche Neuerung am KWZ30 gegenüber traditionellen Empfängern. Die Selektion und Demodulation des Signals findet ausschließlich hier statt.
Das DSP-Modul enthält:
Nach der Digitalisierung wird das Signal zweikanalig (I- und Q-Kanal) auf die Mittenfrequenz Null umgesetzt. Nun findet die Filterung und Demodulation gemäß der gewählten Bandbreite und Betriebsart statt. Das Signal wird dann wieder in ein analoges Signal umgewandelt und dem NF-Teil zugeführt. Die DSPs übernehmen auch die Aufgabe der Regelung. Das Ausgangssignal wird konstant gehalten und der Pegelwert des Empfangssignals wird durch den Steuerrechner auf dem Display zur Anzeige gebracht.
Zusätzlich sind im DSP-Modul noch die folgenden Funktionen realisiert:
Das Oszillatorsystem erzeugt alle erforderlichen Frequenzen. Diese werden von einem einzigen temperaturkompensierten Quarzoszillator abgeleitet. Das Oszillatorsystem verwendet die DDS-Technik (Direkte Digital-Synthese) und ist daher extrem rauscharm. Die Frequenzauflösung der Abstimmung beträgt 1 Hz. Die Genauigkeit ist besser als 20 Hz im Temperaturbereich von 0 - 30 ºC. Die VFO-Frequenz ist von 75 - 105 MHz durchstimmbar. Der Frequenzschritt ist einstellbar von 1 Hz bis 50 KHz pro Abstimmimpuls. Der Abstimmdrehknopf erzeugt einstellbar 2 - 400 Impulse pro Umdrehung.
Der Steuerrechner nimmt die Eingaben des Benutzers entgegen und steuert dementsprechend den DDS-Oszillator, den DSP-Teil und die LC-Anzeige. Die Eingaben erfolgen über den Abstimmdrehknopf und/oder die Tastatur. Alle Parameter, wie z.B. die Abstimmauflösung, der Frequenzschritt und die Regelzeitkonstanten können vom Benutzer vorgegeben werden. Zusätzlich ist ein zweiter VFO vorhanden, auf den jederzeit umgeschaltet werden kann. Zur Speicherung von Frequenzen mit Betriebsart, Bandbreite usw. stehen 250 Speicherplätze zur Verfügung, eine RS-232-Schnittstelle ermöglicht darüber hinaus die externe Steuerung des KWZ30 von einem PC aus.
Die Anzeige ist eine beleuchtete LC-Grafik-Anzeige, auf der während des Empfangs alle relevanten Betriebsparameter dargestellt werden. Bei der Menüauswahl wirkt die Anzeige wie ein Bildschirm, auf dem das Hauptmenü und die Untermenüs dargestellt werden.